Sie können nicht kochen? Wissen nicht, ob die Weihnachtsgans zehn Minuten oder zehn Stunden braten muss? Macht nichts – Hauptsache, ihr Ofen weiß Bescheid.

Was früher undenkbar war, entwickelt sich mehr und mehr zum Standard: Geräte, die mit Sensoren und intelligenten Programmen überwachen und steuern und so dafür sorgen, dass mangelnde Kochkenntnisse ihrer Benutzer locker ausgebügelt werden. Das Computerzeitalter erobert die Küche. Jetzt macht es endlich Sinn, die Bedienerführung als „Menü“ zu bezeichnen.

Temperaturgenau wird auf Induktionsherden gebraten oder schonend mit Dampf gegart. Immer in genau richtiger Dosierung. Moderne Öfen liefern ein perfektes Backergebnis. Und sollte einen inzwischen etwas abgelenkt haben, so sorgt die Abschaltautomatik dafür, dass des Guten nicht zuviel getan wird. Vorbei die Zeiten, in denen man bei einem unverhofften Anruf durch strengen Brandgeruch aus der Küche daran erinnert wurde, dass dort gerade das Gebäck im Ofen verkohlte.

Puristen wenden ein, es gehe ihnen zu weit, wenn man dem Gerät nur noch über ein Display eingeben müsse, was gekocht werden soll, um zu einem perfekten Ergebnis zu gelangen. Laien wissen die Vorteile jedoch zu schätzen. Wichtig ist die einfache Bedienung. Wird es nämlich durch zu viele Wahlmöglichkeiten unübersichtlich, wünscht man sich schnell an Omas alten Herd zurück.

Komfort ist nicht der einzige Grund, programmgesteuerte Funktionen in Küchengeräte zu integrieren. Energieeffizienz ist ein weiterer wichtiger Punkt. Deshalb können die neuesten Spülmaschinen erkennen, wie stark sie ausgelastet sind, wie verdreckt Geschirr und Besteck sind und welche Mengen an Wasser, Energie und Spülmittel dafür erforderlich sind.

Ergänzt wird das Angebot an High-Tech Küchengeräten durch zahlreiche Helfer, die früher der Profi-Gastronomie vorbehalten waren. Weinkühlschränke, die die kostbaren Tropfen exakt im optimalen Temperaturbereich halten, finden sich bereits in vielen Haushalten, ebenso Vorwärmschubladen für das Geschirr.  Espressomaschinen haben häufig einen eigenen Wasserleitungsanschluß und mahlen die Kaffeebohnen portionsgenau in dem Moment, in dem eine neue Tasse zubereitet werden soll.

Damit nicht genug: Zur modernen Küche gehört natürlich auch ein Multimediacenter. Idealerweise mit Touchscreen, denn wer will schon mit der Maus durch die Soße aus frisch geschnittenen Tomatenscheiben manövrieren? Hier wird nicht nur für zusätzliche Unterhaltung gesorgt. Online kann auch schnell mal ein passendes Rezept aufgerufen werden. Und wer möchte, kann in den Sonderangeboten des Supermarktes surfen, um zu schauen, was gerade im Angebot ist.

Fehlt nur noch ein programmierbares Einkaufskörbchen, dass man alleine losschicken kann, um für Nachschub zu sorgen.