Tee hat seit Jahrhunderten den Reiz des Exotischen. Es brauchte lange Seereisen, um ihn nach Europa zu schaffen. Spezialisten unterscheiden zwischen zahlreichen Arten und Qualitätsstufen. Teeliebhaber können aus einer ungeheuren Sortenvielfalt wählen. Gerade in der kalten Jahreszeit bedeutet ein heißer Tee eine wohltuende Entspannung.

Wohl kaum ein Volk in der westlichen Hemisphäre zelebriert den Teegenuß so ernsthaft wie die Briten. Ihre Tea-Time ist ihnen heilig; für sie haben Generäle sogar Schlachten unterbrochen.

 

Kein Wunder, dass Teekenner, oder solche, die sich dafür halten, größten Wert auf die in ihren Augen korrekte Teezubereitung legen. Wie muss Tee gelagert werden? Soll man Tee im Sieb oder im Filter aufbrühen oder ist ein Tee-Ei dazu besser geeignet? Wie lange soll der Tee ziehen, um sein Aroma optimal entfalten zu können und ist es von Vorteil, die Teekanne vor Gebrauch vorzuwärmen? Über solche Fragen tauschen sich überzeugte Teetrinker intensiv aus. Und natürlich kommt dabei auch der Teebeutel zur Sprache. Verfälscht so ein Aufgußbeutel möglicherweise den Geschmack? Daran scheiden sich häufig die Geister.

 

Doch, wem verdanken wir den Teebeutel eigentlich? Als sein Urvater gilt Adolf Rambold. Damals Mitarbeiter der Firma „Teekanne“, kam der Ingenieur 1929 in Dresden auf die Idee, Tee in kleinen Beuteln aus geschmacksneutralem Pergamentpapier anzubieten, durch die sich das Aroma im Wasser ungehindert entfalten konnte.

 

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der amerikanische Teehändler Thomas Sullivan Teeproben in kleinen Seidensäckchen versandt, um das Gewicht schwerer Blechdosen einzusparen. Viele Kunden fanden es praktisch, den Tee gleich in diesen Beuteln zu brühen, ohne sie vorher öffnen zu müssen. Erste Versuche, verleimte Papierbeutel anzubieten, schadeten dem Ruf des Teebeutels, denn der Leimgeschmack im Tee war für Genießer eine arge Zumutung.

Eine geschickte Falttechnik, frei von jeglichen Klebstoffen, löste das Problem. Der heute übliche Doppelkammer- oder Zweikammer-Teebeutel hat sich als optimale Form herausgestellt, denn er kann vom Wasser von vier Seiten umströmt werden, so dass sich die Geschmacksstoffe optimal verteilen. Die kleinen Partikel können darin vom Wasser viel intensiver ausgelaugt werden, als in einem flachen Einkammer-Beutel. Der Heftklammerverschluß mit angehängtem Faden sorgt für die einfache Handhabung.

 

Anfangs nutzten manche Händler den Umstand, dass der Tee im Beutel vor Augen und Nase verborgen war, dazu, minderwertige Sorten hineinzufüllen. Auch das brachte Teebeutel in Verruf. Heute jedoch, findet man in Beuteln auch Tees erster Qualität . Man schätzt, dass jährlich über 200 Milliarden Teebeutel weltweit verbraucht werden.

 

Übrigens können auch gebrauchte Teebeutel noch zu etwas gut sein: Gerüchten zufolge, werden damit in Ostfriesland populäre Wettbewerbe im Teebeutelweitwurf ausgetragen. Vorzugsweise natürlich mit Ostfriesentee.