Die meisten Deutschen kennen Popcorn aus dem Kino oder vom Jahrmarkt. Besonders Kinder lieben diese luftige Leckerei, die irgendwo zwischen Süßigkeit und Chips angesiedelt ist. Popcorn wird aus einer besonderen Maissorte zubereitet, dem Puffmais. Die Maiskörner dieser Sorte platzen nämlich bei starker Hitze auf, sie explodieren buchstäblich und verwandeln sich dabei zu den locker-flockigen weißen Wölkchen, die wir als Popcorn kennen. Das hat damit zu tun, dass die tief im Innern des Maiskorns gespeicherte Flüssigkeit sich ausdehnt, so dass die Hülle bei hohem Innendruck und einer Temperatur von rund 200 Grad Celsius schließlich aufplatzt. Die im Gewebe enthaltene Stärke verdampft zu einer schaumigen Konsistenz, die bald wieder abkühlt und dabei zum Popcorn erstarrt.

 

Historiker vermuten, dass Popcorn schon bei frühen Indianerkulturen bekannt und beliebt war. In den Vereinigten Staaten wird der Herstellung von Popcorn traditionell weit wichtiger genommen, als bei uns. Fans achten auf die Zubereitung und das Aroma ihrer Lieblingssorte. Das bekannteste und erfolgreichste Branding kreierte Orville Redenbacher, der sein Leben lang auf der Jagd nach der optimalen Rezeptur war. Er trat als Unternehmer persönlich in TV-Spots für sein Produkt auf und wurde dadurch äußerst populär. 1907 wurde er auf einer Farm in Indiana geboren. Schon im Alter von 12 Jahren beackert er ein eigenes kleines Maisfeld. Später studierte er Agrarwissenschaften, verlor dabei den Mais nie aus dem Fokus. Zunächst arbeitete er als Landwirtschaftsberater, kaufte dann, gemeinsam mit einem Partner ein Saatgutunternehmen. Hier wurde nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in jahrelanger Arbeit der perfekte Popcorn-Mais entwickelt. 1965 ist dann die ideale Sorte gefunden. Deren Körner platzen zu hundert Prozent und vergrößern dabei ihr Volumen um das Vierzigfache.

 

Um Popcorn selbst herzustellen, braucht man geeigneten Puffmais, der im Handel auch unter der Bezeichnung Popcorn-Mais angeboten wird. Versuche mit anderen, ungeeigneten Maissorten verlaufen frustrierend, denn deren Körner platzen nicht auf, da der Feuchtigkeitsgehalt im Innern meist nicht ausreicht. Wichtig: Nicht zu viele Maiskörner auf einmal erhitzen. Das Volumen vervielfacht sich nämlich recht schlagartig. Popcorn kann man in heißem Öl unter Zugabe von Zucker im Topf auf dem Herd herstellen. Wichtig ist, den Topf während des Poppens der Körner zu schütteln, denn die aufgeplatzten Teile brennen schnell an. Es gibt dafür auch Töpfe mit einer Handkurbel, um das Popcorn ständig bewegen zu können. Um Popcorn ohne Öl herzustellen, verwendet man am besten eine Popcorn-Maschine, die die Körner mit Heißluft zu Platzen bringt. Die Hitze wird von unten eingeblasen, das fertige Popcorn fällt seitlich in eine bereitstehende Auffangschüssel. Solche Maschinen werden auch für den Haushalt angeboten. Eine weitere Möglichkeit, Popcorn ohne Öl zuzubereiten, bietet die Mikrowelle. Dabei wird empfohlen, die Körner in einer geräumigen Papiertüte zu erhitzen. Sie fliegen sonst explosionsartig in alle Richtungen.

 

Popcorn, das im Naturzustand einen recht neutralen Geschmack hat, kann, je nach Geschmack, mit Zucker oder Salz gewürzt oder karamellisiert werden. Viele Amerikaner  bevorzugen eine Mischvariante, bei der sowohl gezuckert, als auch gesalzen wird. Auch der Zusatz von Butteraromen ist dort heißbegehrt.