Noch nicht einmal hundert Jahre ist es her, da kochte man noch auf Holz- oder Kohleöfen. Das mühsame Schleppen der Holzscheite, Kohlen oder Briketts war äußerst mühsam und so war man froh, als die ersten Gasherde in die Küchen einzogen. Welch ein Fortschritt: Einmal kurz gezündet und schon hatte man eine gleichmäßige Flamme, deren Stärke sich sogar stufenlos regeln ließ.

Doch es dauerte nicht lange, da erschien der erste elektrische Herd. Auch er ließ sich einfach handhaben. Ein einfacher Drehschalter diente zum Ein- oder Ausschalten und auch hier konnte die Hitze stufenlos geregelt werden.

Parallel wurden maßgeschneiderte Topfsets entwickelt, jeweils genau passend für den Gas- oder Elektroherd. Welches Material und welche Topfbodenkrümmung sich für welchen Zweck empfiehlt, ist eine Wissenschaft für sich und hat Generationen von fliegenden Händlern und Propagandisten ernährt.

Der Elektroherd ist heute verbreiteter als der Gasherd, verdrängen konnte er ihn jedoch nie. Noch immer gibt es Menschen, die aus Überzeugung bestimmte Speisen lieber auf Gas kochen. Sie machen geltend, dass sofort die volle Hitze zur Verfügung steht. Ein Argument, das besonders in der Gastronomie zählt, wo es häufig schnell gehen muss. Für anspruchsvolle Köche gibt es Kombinationsherde, die sowohl über Gas-, als auch über Elektrokochstellen verfügen. Auch unterwegs, beispielsweise beim Camping oder in der Pantry von Yachten, ist der Gasherd noch oft im Einsatz, weil die Versorgung auch aus einer Gasflasche erfolgen kann. Potenzial für eine technische Weiterentwicklung besteht beim Gasherd jedoch kaum.

Die Weiterentwicklung des Elektroherdes ermöglichte hingegen immer neue Komfortfunktionen, die mit elektrischem Strom leichter als mit Gas umsetzbar sind, beispielsweise das programmierte Ein- bzw. Ausschalten per Zeitvorwahl oder eine automatische Abschaltung, sobald der Topf entfernt wird.

Wesentlichen Anteil an der Beliebtheit des Elektroherdes hat sicher auch die Erfindung des Ceranfeldes in den Siebziger Jahren gehabt. Ceran ist ein geschützter Markenname für Glaskeramik-Kochfelder. Durch diese Entwicklung wurde es möglich, eine glatte, durchgehende Oberfläche (anstatt einzelner, hervorstehender schwarzer Kochplatten) bündig in die Arbeitsplatte der Küche einzulassen. So ein Ceranfeld kann man besonders einfach sauber halten, da die glatte Fläche sich gut abwischen läßt. Außerdem erweitert es, solange es nicht zum Kochen gebraucht wird, die Arbeitsfläche in der Küche erheblich. Auch das Kochen wird leichter, da sich Töpfe und Pfannen ungehindert verschieben lassen, ohne dabei umzukippen.

Doch damit nicht genug: Seit einigen Jahren macht eine weitere Neuheit von sich reden, der Induktionsherd. Auch er läuft mit elektrischem Strom und das glatte Glaskeramik-Kochfeld sieht für den Laien aus, wie ein klassisches Ceranfeld. Die Technik darunter weicht jedoch vom Gewohnten ab. Die Erwärmung erfolgt durch induktive Wirbelströme. Diese werden unterhalb in einer Spule erzeugt, die ein magnetisches Wechselfeld erzeugt.  Per Induktion werden die dabei erzeugten Wirbelströme auf den Kochtopf übertragen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der einen Boden aus so genanntem ferromagnetischem Metall besitzt. Viele sind daher gezwungen, beim Umstieg auf einen solchen Herd auch ihre Töpfe auszuwechseln. Geeignete Kochtöpfe sind mit einem entsprechenden Logo versehen: In einem Quadrat sind oben nebeneinander vier Windungen einer Spule abgebildet, darunter steht das Wort „Induktion“. Vorteile der Induktionsherde sind, so erklären Fachleute, ein schnelleres Ansprechverhalten, eine bessere Wärmeverteilung, eine exaktere Regelbarkeit und eine höhere Energieeffizienz.